Anlässlich des Entscheides an der Gemeindeversammlung vom 26. Mai 2025 hat die Bevölkerung von Seftigen beschlossen, die Schulstandortentwicklung weiterzuführen. Ziel ist es, die Schule Seftigen ab dem Schuljahr 2028/29 als eigenständigen Oberstufenstandort auszubauen und ein zukunftsgerichtetes, durchlässiges Schulmodell einzuführen. Parallel dazu wird die Möglichkeit geprüft, Seftigen als Sportschulstandort für Talentschülerinnen und ‑Schüler zu etablieren. Damit soll leistungsorientierten jungen Sportlerinnen und Sportlern ermöglicht werden, schulische und sportliche Anforderungen optimal zu verbinden. Dieses Vorhaben soll den Schulstandort Seftigen langfristig stärken und trägt zur Attraktivität der Gemeinde bei.
Das Projekt Schulstandortentwicklung befindet sich derzeit im vorgesehenen Zeitplan. Nach dem positiven Entscheid der Gemeindeversammlung wurde eine Steuerungsgruppe eingesetzt, welche das Gesamtprojekt koordiniert und die Arbeiten inhaltlich sowie zeitlich steuert. Die operative Umsetzung des Projekts wird durch zwei themenspezifische Arbeitsgruppen unterstützt. Der Gemeinderat legt dabei grossen Wert auf eine strukturierte, transparente und fachlich abgestützte Vorgehensweise.
Die Arbeiten werden von Gemeinderätin Ressort Bildung, Francesca Schenkel, geleitet. Die Arbeitsgruppe Infrastruktur und Raumplanung steht unter der Leitung von Gemeinderätin Ressort Hochbau, Daniela Neuhaus, während die Arbeitsgruppe Pädagogik und Schulmodell von Gemeinderat und Lehrperson Urs Hofer geführt wird. Die Arbeitsgruppen setzen sich aus Lehrpersonen, Fachpersonen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus der Bevölkerung zusammen. Diese breite Zusammensetzung ermöglicht es, pädagogische, fachliche und gesellschaftliche Perspektiven in die Projektarbeit einzubeziehen und fundierte Entscheidungsgrundlagen zu erarbeiten. Damit wird sichergestellt, dass die Interessen aller relevanten Anspruchsgruppen angemessen berücksichtigt werden.
Die Arbeitsgruppe Pädagogik und Schulmodell beschäftigt sich mit der Ausgestaltung der künftigen Oberstufe in Seftigen. Vorgesehen ist eine gemeinsame Oberstufe für Sekundar- und Realschülerinnen und ‑schüler nach dem sogenannten Modell 4. In diesem Modell lernen die Jugendlichen gemeinsam in Klassen, werden jedoch je nach Fach und Leistungsniveau unterschiedlich gefördert. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler erhalten weiterhin anspruchsvolle Lernangebote, während andere gezielt unterstützt werden. Ein Wechsel zwischen den Leistungsniveaus bleibt möglich und wird sogar erleichtert.
Ziel dieses Modells ist es nicht, Leistungen zu reduzieren, sondern den unterschiedlichen Lernwegen besser gerecht zu werden und allen Jugendlichen gute Entwicklungschancen zu bieten – unabhängig davon, ob sie einen akademischen oder praktischen Bildungsweg einschlagen. Erfahrungen aus anderen Gemeinden zeigen, dass dieses Modell sowohl leistungsstarke als auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler wirksam unterstützt.
Ergänzend wird geprüft, wie ein mögliches Sportschulangebot sinnvoll in den Schulalltag integriert werden kann, ohne die schulische Ausbildung zu beeinträchtigen.
Die Arbeitsgruppe Infrastruktur und Raumplanung befasst sich mit den bestehenden räumlichen Gegebenheiten der Schulanlage Seftigen und prüft, wie diese im Hinblick auf die künftige Ausrichtung der Schule weiterentwickelt werden können. In den vergangenen Jahren wurden bewusst keine grösseren Investitionen in die Schulinfrastruktur ausgelöst, da zunächst die langfristige Ausrichtung des Schulstandorts geklärt werden sollte. Diese Zurückhaltung schafft nun die Grundlage, die nächsten Schritte gezielt und bedarfsgerecht anzugehen.
Auf dieser Grundlage werden nun verschiedene Varianten geprüft, wie die vorhandenen Räume künftig genutzt, angepasst oder ergänzt werden können. Ziel ist es, eine fundierte Entscheidungsbasis zu schaffen, die sowohl den pädagogischen Anforderungen als auch den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde Rechnung trägt.
Parallel zu diesen Arbeiten werden Gespräche mit potenziellen Partnern für einen Sportschulstandort geführt. Diese verlaufen konstruktiv und zielführend. Insgesamt entwickelt sich das Projekt gemäss den gesetzten Zielsetzungen sehr positiv.
Die Gemeindeversammlung hat am 26. Mai 2025 die Kündigung des Vertrags über die Aufnahme von Schülerinnen und Schüler im Oberstufenzentrum Wattenwil per 31. Juli 2028 sowie die Beschulung der Oberstufen-Schülerinnen und Schüler am Schulstandort Seftigen ab 1. August 2028 genehmigt.
Infolgedessen wurde der Zusammenarbeitsvertrag mit Wattenwil für die Schülerinnen und Schüler des Zyklus 3 per 31. Juli 2028 fristgerecht gekündigt.
Für die Ausarbeitung der weiteren Massnahmen «Einführung der Oberstufe Seftigen mit Modell 4 und Talentschulstandort» hat der Gemeinderat Seftigen am 4. August 2025 eine Projektgruppe eingesetzt.
Das Thema der Schulraumplanung und Schulstandortentwicklung beschäftigt den Gemeinderat und die Schulkommission bereits seit längerem. Erste Massnahmen wurden im Zyklus 1 und 2 bereits unternommen, bzw. kommen nun zum Tragen. Allgemein sinkende Schülerzahlen bedingen nun einem Grundsatzentscheid in Bezug auf die Weiterführung der Oberstufe am Standort Seftigen. Das Geschäft wird für die Gemeindeversammlung vom 26. Mai 2025 traktandiert.
Das Schulmodell der Oberstufe Seftigen wurde im Zuge der Schulstandortentwicklung überprüft. Um den Erhalt der Oberstufe in Seftigen sicher zu stellen, wird ein Angebot für Realschüler/innen als auch Sekundarschüler/innen in Kombination mit einem Talentschulstandort Sport angedacht. Dies hat folgende Auswirkungen:
Damit für dieses wichtige Thema solide Grundlagen erarbeitet werden, hat der Gemeinderat die Arbeitsgruppe „Standortentwicklung Schule Seftigen“ eingesetzt. Der Gemeinderat hat dazu an der Gemeindeversammlung vom 31. Mai 2021 informiert.
Ziel:
Vorgehen/Terminplan:
Projektziele:
| Nr. | Beschreibung | Messgrösse |
| 1 | Erstellen der generellen Schulraumplanung anhand der aktuellen und prognostizierten Schülerzahlen, inkl. dem Einbezug der Wohnraumentwicklung in Seftigen in den nächsten 20 Jahren (Ortsplanungsrevision 2021). | Veränderungen der Klassen sowie didaktische Anforderungen werden aufgezeigt und die Konsequenzen in zusätzlichen Schulraumbedarf (Zimmer/Fläche) abgeleitet. |
| 2 | Erstellen von Handlungsvorschlägen «Standortentwicklung Schule Seftigen» zH Gemeinderat Seftigen | Min. 3 Handlungsvorschläge (Grobvariante) basierend auf Szenarien mit Herleitung anhand einer strukturierten Methode. |
| 3 | Erstellen von Handlungsvorschlägen «Standortentwicklung Schule Seftigen» zH Gemeinderat Seftigen. Strukturierter Vorschlag mit Bestvariante und Alternativen. | Min. 3 Handlungsvorschläge (Detailplanung) basierend auf Szenarien mit Herleitung anhand einer strukturierten Methode. |
| 4 | Erstellen einer Kostenprognose pro Handlungsvorschlag. | Erstellte und dokumentierte Kostenprognose pro Handlungsvorschlag mit einer Genauigkeit von +/- 20%. |
| 5 | Erstellen einer Grobkostenschätzung für den Bau von zusätzlich benötigtem Schulraum. | Kostenprognose im Rahmen von +/- 20% für zusätzlichen Schulraum (falls Bedarf). |
Die eingesetzte Arbeitsgruppe hat im Jahr 2022 den „Abschlussbericht Projekt Standortentwicklung“ fertiggestellt.
Wie so Vieles entwickelt sich auch der Bildungsbereich immer weiter. Mit dem neuen Lehrplan 21 werden die Ziele der Volksschule vereinheitlicht. Der gemeinsame Lehrplan erleichtert die Mobilität der Schülerinnen und Schüler und der Lehrpersonen. Er bildet zudem eine einheitliche Grundlage, um Lehrpersonen auszubilden, um Lehrmittel zu entwickeln und für die Beurteilung.
Die Gemeinde sorgt dafür, dass rechtzeitig genügend Schulraum in der gewünschten Qualität zur Verfügung steht. Damit dieses Ziel erreicht wird, müssen verschiedene Faktoren mitberücksichtigt werden:
Die Grafik verdeutlicht die Herausforderung zwischen möglicher Entwicklung der Schülerzahlen und den höheren Anforderung an die Infrastruktur.
